Zerstörung

Er sah aus wie ein Engel. Aus weiter Ferne. Sein Körper und sein Gesicht perfekt. Seine Augen so blau wie der reißende Fluss, der uns trennte.

Sicher stellte, dass ich ihm nicht nahe kommen konnte ohne vom reißenden Strom erfasst zu werden. Ohne zu ertrinken, denn ich habe nie gelernt zu schwimmen.

Doch die Landschaft um ihn herum war so wunderschön wie er. Die bunten Blumen, die saftig grünen Bäume und die strahlende Sonne unter blauen Himmel zogen mich magisch an. Ließen mich den reißenden Fluss vergessen, der zwischen uns lag. Brachten mich dazu der Gefahr offenen Armes zu begegnen. Auch wenn das unausweichlich meinen Tod bedeuten sollte.

Ich streckte die Arme nach ihm aus, bereit einen Schritt nach vorne zu gehen. In den reißenden Fluss. Hoffend ihn endlich zu berühren. Im nahe zu sein.

Doch Arme packten mich von hinten. Hände rissen mich zurück in meine Landschaft, die einsam und farblos da lag.Wie Zweifel, die verhinderten, dass ich starb. Jemandem Einlass gewährte.

Denn niemand wollte in die dunkle Wüste kommen in der ich stand. Niemand verspürte den Drang mir nahe zu sein. Mein Landschaft zu besuchen. So farblos und hässlich wie keine andere. Das reine Nichts.

Eine Erkenntnis stieg in mir auf. Etwas, dass schon lange in mir geschlummert hatte, aber erst jetzt an die Oberfläche drang. Die Hände versuchten nicht nur mich vor dem sicheren Tod zu schützen,sie schützten auch ihn.Denn wenn ich es bis zu ihm schaffen sollte. Wenn ich lernen würde zu schwimmen.Würde ich nicht ein Teil seiner wunderschönen Landschaft werden. Ich würde die seine zerstören. Denn alles welkte um mich herum. Und letztendlich würde auch er vergehen.

Denn ich vergiftete alles was ich berührte. Brachte den Tod…