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Ausbruch

 

Lilys Sicht:

Als die Türen sich entriegelten war klar, dass Frühstückszeit war. Nach 2 Wochen in diesem Heim kannte man sie Mechanismen. Wir hatten uns noch ein paar Mal raus geschlichen, aber bis gestern Abend nichts interessantes mehr raus finden können.

Gestern jedoch hatte ich ein Gespräch belauscht, aus dem hervorging, dass sie die Sache mit der Erpressung echt durchgezogen hatten und anscheinend sprachen unsere Dads bis jetzt darauf an. Ich konnte kaum erwarten es den anderen bei der täglichen Lagebesprechung am Frühstück zu erzählen. Wir mussten jetzt endlich hier raus. Ich hasste es eingesperrt zu sein und das hier war der perfekte Grund abzuhauen.

Ich ging durch die Tür und rannte fast schon zum Frühstück.

 

Ethans Sicht:

Nachdem Lily uns die Neuigkeiten erzählt hatte, rutschte sie unruhig von einer Seite auf die andere, während einen Moment Stille herrschte. Die „Gefangenschaft“ in diesem Heim tat ihr nicht gut. Sie war blass und ihre Augen zuckten unruhig hin und her. Sie musste dringend wieder nach draußen in die freie Natur.

„Das ist echt mies.“, durchbrach Susan da endlich die Stille. „Wir müssen hier raus. Jetzt müssen wir handeln. Wir brechen aus.“

„Wann?“, fragte Caleb in einem Ton, der signalisierte , dass er jetzt sofort ausbrechen würde, wenn Susan es erlaubte.

„Heute Abend. Wir treffen uns zur üblichen Zeit am üblichen Treffpunkt. Wir müssen nur irgendwie durch den Sicherheitsbereich kommen, um nach draußen zu gelangen. Ethan?“

Ich hob den Kopf und informierte informierte die anderen über den Plan, den ich mir dafür schon vor Wochen zurecht gelegt hatte.
„Also… für Lily dürfte es am einfachsten sein nach draußen zu gelangen, da vor der Tür vom Sicherheitsbereich ein Lüftungsschacht bis nach draußen führt. Der ist zwar mit einer Alarmanlage gesichert, aber die lösen wir so oder so aus.

Wir anderen müssen uns Schlüsselkarten besorgen und zwar unbemerkt. Die brauchen wir, um die automatischen Sicherheitsmaßnahmen im Sicherheitsbereich nicht auszulösen, da ein Scanner alle Personen auf diese Karten scannt. Außerdem kommen wir auch nur mit diesen Karten in den Sicherheitsbereich hinein. Von da an haben wir 12 Sekunden bis der Alarm losgeht und dann noch mal weitere 46 Sekunden bevor die Sicherheitsleute bei uns ankommen.

Wichtig ist, dass wir gleichzeitig losgehen und außer Sicht sind, ehe sie uns sehen können. Am besten rennen wir direkt in den Wald. Dahin werden sie uns nicht folgen. Zumindest nicht ohne direkten Befehl. Und wenn doch sind wir dort klar im Vorteil, da diese Wachen ganz sicher nie gelernt haben im Wald zu überleben oder zu kämpfen.“

Susan nickte zustimmend und auch die anderen wirkten überzeugt.

„Okay. Jeder kümmert sich um seine Ausrüstung und die benötigte Karte. Wir sehen uns dann heute Abend.“

Ohne ein weiteres Wort stand sie auf und verließ den Raum, wobei sie ihrem „Lover“ , der momentan Wache an der Tür stand, ein Zeichen gab ihr zu folgen. Sie hatte ihren Ausweis schon mal sicher. Offensichtlich war es von Vorteil eine Affäre mit einer Wache zu haben.

Ich erhob mich ebenfalls und rempelte beim rausgehen „aus versehen“ eine Wache an, wobei ich ihr schnell den Ausweis abnahm ehe ich den Schlagstock in den Magen bekam und mich röchelnd auf dem Boden zusammen krümmte. Gott, wie ich die Wachen hier hasste.

 

Calebs Sicht:

Da Ethan bereits den Anrempeltrick verwendet hatte und es zu auffällig wäre, wenn wir beide ihn benutzen würden, blieb mir nur die unschöne und für mich wahrscheinlich ziemlich schmerzhafte Methode.

Ich ging auf den Unruhestifter einer kleinen Gruppe an der Essensausgabe zu, während meine kleine Schwester schnell den Raum verließ. Sie musste schließlich keinen Ausweis klauen, dank ihrer geringen Größe.

Breitbeinig stellte ich mich vor den Kerl, der (glaube ich) Matt hieß, was mich passenderweise an das englische Wort „mad“ erinnerte und verpasste ihm ohne Grund einen kräftigen Schlag mitten ins Gesicht.

Normalerweise wäre das merkwürdig herübergekommen, da keiner freiwillig ohne Grund eine Prügelei anfing, wenn er die Konsequenzen kannte, aber bei mir hatte man ironischerweise einen „zwanghaften Hang zu sinnloser Gewalt“ diagnostiziert. Die hatten ja keine Ahnung wie richtig sie dank dem Kainsmal lagen.

Matt reagiert wie erhofft, in dem er fuchsteufelswild wurde und anfing wie ein Verrückter auf mich einzudreschen, wobei ich so gut wie jedem seiner Schläge aus wich und lediglich einen in den Magen und einen Kinnhaken kassierte, was ihn nur noch wütender machte.

Immerhin hatte diese Schlägerei die gewünschte Wirkung und machte die Wachen auf uns aufmerksam. Wenige Sekunden später packte mich ein Sicherheitsmann unsanft an den Haaren und drehte mich zu ihm um.

Gott ich schwöre, wenn ich eine Pistole gehabt hätte, dann wäre diese Wache jetzt mausetot. Das Kainsmal auf meinem Arm glühte und ich unterdrückte nur mit Mühe den Drang den Wachmann mit bloßen Händen zu erdrosseln. Stattdessen packte ich den Wachmann am Ärmel und tat so als wollte ich ihn zu mir herunterziehen , während ich gleichzeitig mit der anderen Hand seinen Ausweis stibitzte.

Im nächsten Moment kam eine weitere Wache dazu und schlug mir mit dem Schlagstock so fest in den Magen, dass ich mich vor Schmerzen zusammen krümmte und Blut spuckte. 2 Sekunden später hatte ich gleich 2 Taser im Rücken, die schmerzhafte Stromschläge durch meinen Körper jagten. Dann wurde alles schwarz.

 

Susans Sicht:

Wir trafen uns an unserem üblichen Treffpunkt. Zuvor hatte ich noch meinen Bogen und ein silbernes Messer aus unserem Versteck geholt. Wie ich an den kaum sichtbaren Ausbeulungen unter den Klamotten der anderen, die ich nur dank jahrelangem Training sah, bemerkte, hatten auch diese sich bewaffnet. Caleb trug mehrere Pistolen an den üblichen Stellen und Lily war von oben bis unten mit Messern und Wurfsternen bestückt. Dazu kam Ethan, der eigentlich keine spezielle Art von Waffe bevorzugte und daher sowohl Pistolen, als auch Messer bei sich trug. Dazu einen Rucksack mit lebensnotwendigen Dingen, an die niemand von uns gedacht hatte. Er war eben unser Gehirn.

Als wir alle bereit waren, fing Lily an die Schrauben vor dem Lüftungsschacht abzuschrauben, während ich die Karte durch den entsprechenden Schlitz zog und somit die Tür zum Sicherheitsbereich öffnete.

Als wir schnell hinein hechteten, war Lily längst im Schacht verschwunden. Schnellen Schrittes hetzten wir durch den Sicherheitsbereich als bereits der Alarm losging. Noch mal die Karte durchziehen und schon waren wir im Freien.

Noch 30 Sekunden. Lily sprang aus dem Schacht, durch den sie sich flink wie eine Schlange durch geschlängelt hatte und zusammen rannten wir über den riesigen Parkplatz. Der Wald noch ewig weit entfernt.

5 Sekunden. Ich sah hinter uns. Ein paar Wachen waren schneller gewesen als erwartet und rannten uns hinterher. Die Pistolen gezückt. Sie würden schießen. Hier waren sie skrupellos.

Ich sah nach vorne. Noch viel zu weit bis zum Wald. Unmöglich das wir es schafften. Ich blieb stehen, drehte mich um und spannte den Bogen. Ein Pfeil flog los und bohrte sich in das Bein einer Wache.

Meine Geschwister blieben ebenfalls stehen. Bereit zu kämpfen. Ich wendete den Kopf.

„Lauft! Sucht nicht nach mir. Ich finde euch.“, rief ich entschieden.

Sie zögerten. Ein Knall. Dann traf mich eine Kugel in der Schulter. Schmerz durchflutete meinen Körper. Ich ließ den nächsten Pfeil los und nietete die nächste Wache um.

„Na los!“, rief ich erneut.

Diesmal hörten sie auf mich und rannten los.

Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder auf die Pfeile, die ich auf die Soldaten feuerte, aber dennoch kamen sie immer näher. Es waren einfach zu viele.

Die ersten erreichten mich und und Schlagstöcke zerstörten meinen Bogen und raubten mir den Atem. Ich ging zu Boden und spuckte Blut, während sich die Soldaten um mich herum formierten und immer weiter auf mich einprügelten.

Mein Blick fiel nach hinten und zu meiner Erleichterung sah ich wie meine Geschwister im Wald verschwanden. Dann verschwamm das Bild und ich wurde ohnmächtig.