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Erpressung

 

Sams Sicht:

Mein Zellengenosse schnarchte und wälzte sich im Bett über mir hin und her, weswegen das Bett unheilvoll knarzte und die Delle über mir ständig die Position wechselte.

Ich gähnte überanstrengt. Ich brauchte dringend Schlaf, aber ich hatte seit Wochen nicht mehr als 2 stunden jede 2. Nacht geschlafen.
Dean hingegen schlief offensichtlich wie ein Baby. Allerdings hatte er auch das obere Bett ergattert, da sein Zellengenosse mittlerweile ziemliche Angst vor ihm hatte, während mein Mitbewohner keine Gelegenheit ausließ sich mit mir anzulegen und jede Niederlage ihn nur noch mehr anheizte.

Dazu kamen noch die Sorgen um die Kinder. So lange waren sie noch nie auf sich gestellt gewesen. Dean meinte, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen, aber natürlich machte er sich ebenfalls Sorgen, nur dass sie ihm nicht den Schlaf raubten.

 

Deans Sicht:

Sobald die Türen aufgingen, ordnete ich mich direkt hinter Sammy ein, der mit jedem Tag schlechter aussah und wir machten uns auf den Weg in den Speisesaal. Mein Blick huschte über Sams völlig verstrubbelte Haare und es juckte mich in den Fingern sie abzuschneiden. Aber natürlich würde er das niemals zulassen. Mal abgesehen davon, bekamen wir hier keine spitzen Gegenstände in die Hände, weswegen ich sie ihm wohl mit dem Plastikmesser, das wir zum Essen bekamen, abschneiden müsste.

Gedankenverloren kratzte ich mein blaues Auge, das ich aus einer Schlägerei von vor einer Woche hatte und mit der ich mich in den Hochsicherheitstrakt befördert hatte, auf der Suche nach einer Schwachstelle. Unser Ausbruchsplan war in Arbeit, aber bis jetzt noch nicht sonderlich erfolgsversprechend und erst recht nicht idiotensicher.

In der Cafetaria schnappten wir uns etwas von dem ekelerregenden unidentifizierbaren Essen und setzten uns an einen freien Tisch, wobei wir die gefährlichen Gruppierungen mieden, um Kämpfen aus dem Weg zu gehen.

Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel wie 4 Wachen aus einmal auf uns zu kamen. Die elektrischen Schlagstöcke bereit.

 

Sams Sicht:

Ich sah wie Dean sich merklich anspannte als würde er sich kampfbereit machen. Irritiert sah ich mich um, doch als ich die Wärter erblickte, war es bereits zu spät und ich hatte einen elektrischen Schlagstock im Magen, der Strom durch meinen Körper jagte. Verschwommen sah ich wie Dean auf der anderen Seite ebenfalls geschockt wurde.
Kurz bevor ich ohnmächtig geworden wäre, wurde der Schlagstock zurückgezogen und ich wurde auf die Beine geschubst und vor den Wächtern hergetrieben. Dean neben mir.
Die Stromschläge hatten lediglich die Funktion gehabt uns vorsorglich schwach und wehrlos zu machen, um die von uns ausgehende Gefahr zu mindern. Ziemlich schlau.

Ich registrierte den Weg, den wir zurücklegten kaum, aber letztendlich fand ich mich an einen Stuhl gefesselt in einer Art Verhörraum wieder, während Dean am anderen Ende des Raumes an die Wand gekettet wurde.

Wir mussten nicht lange warten bis 2 Männer den Raum betraten.
„Seid ihr hier um uns endlich anzuklagen oder wollt ihr uns weiterhin ohne Anklage hier festhalten?“, fragte ich wenig freundlich.
Der Kleinere der Beiden lachte leise und meinte dann ohne auf meine Frage einzugehen: „Wow, die legendären Winchesters. Ich muss sagen, ihr seht echt scheiße aus.“
„Orange ist nicht so meine Farbe.“, hörte ich Dean erwidern, wofür er einen Schlag in den Magen von dem Größeren der beiden kassierte.
„Halt’s Maul!“, brummte dieser mit tiefer Stimme, während Dean sich unter dem Schlag zusammenkrümmte.
„Wir sind hier um euch zu warnen.“
Das war wieder der Kleinere. Seine blonden Haare fielen ihm in die Stirn.
„Uns warnen?“, erwiderte ich skeptisch.
„Nun ja…“, revidierte er seine Aussage. „Eher um euch freundlich auf etwas hinzuweisen.“
„Bullshit. Ihr wollt uns drohen, ihr Mistkerle.“, schimpfte Dean und kassierte erneut einen Schlag.
Der Blonde warf ihm einen bösen Blick zu, als könnte er es nicht leiden korrigiert zu werden.
„Ich mag dieses Wort nicht, aber ja, so könnte man es nennen.“, bemerkte er bedächtig.
„Ihnen wird ja wohl bekannt sein, dass wir auf Drohungen nicht reagieren.“, sagte ich ruhig und endgültig.
„Das ist mir durchaus bekannt, aber ich wette aus diese werdet ihr reagieren.“,antwortete er und dann wandte er sich an den anderen. „Bild, bitte.“

Dieser drückte ein paar Tasten auf dem Laptop, den ich bis eben nicht bemerkt hatte und drehte dann den Bildschirm in unsere Richtung. Darauf war ein Bild zu sehen , das aussah wie wie von einer Überwachungskamera und unsere Kinder zeigte, die ein paar kinderähnliche Kreaturen in Käfigen töteten.

„Wie ihr seht haben sich diese Kinder in ziemliche Schwierigkeiten gebracht. Es wäre ein Leichtes sie von der Bildfläche verschwinden zu lassen und ich und viele weitere meiner Organisation wüssten außerdem zu gerne wie sie dieses Kainsmal unter sich aufgeteilt hatten und was das für Auswirkungen auf sie hat.“, stellte er ruhig fest.
„Was wollt ihr ?“, fragte ich trocken und ruhiger als ich mich fühlte.

Es ging schließlich um unsere Kinder. Auch Dean wirkte angespannt und belauerte die Beiden wie eine Raubkatze. Das Sprechen hatte er anscheinend vorübergehend aufgegeben, was ich ihm nicht verübeln konnte. Wahrscheinlich war es sogar besser, wenn er schwieg, denn immer wenn er den Mund öffnete , kamen blöde Kommentare raus, was wenig hilfreich war.

„Wir wollen das ihr euch ruhig verhaltet und da ihr nie lange tot bleibt, wenn man euch umbringt, sehen wir euch lieber weggesperrt. Ihr werdet hier bleiben und keinen Finger rühren, ansonsten werden eure Kinder dafür zahlen und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ihr das nicht wollt.“,meinte er trocken und mit einem Gesichtsausdruck, der vorgaukelte, dass er das nicht genoss, obwohl wir alle wussten, dass das Gegenteil der Fall war.

Ohne einen weiteren Kommentar drehte er sich um und ging durch die Tür. Sein Partner packte den Laptop und folgte ihm zügig.
„Sie gehören euch.“,hörte ich ihn jemandem zu murmeln, ehe ich die Schritte der Wachen vor der Tür hörte.

Ich sah Dean an. „Ihre Organisation hat Angst vor uns.“,stellte er fest.