• Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Fanfiktion

Experimente

Susans Sicht:

Ich drückte mich in den Spalt zwischen Regalen und Wand. Meine Finger verkrampften sich um das lange Messer, das ich noch schnell aus meinen Sachen gezogen hatte. Auch die anderen versteckten sich und lauschten aufmerksam.

Die Schritte erreichten die letzte Treppenstufe und trafen den Steinboden des Raumes. Wir durften uns jetzt keinen Fehler erlauben. Wir durften nicht auffallen, denn anscheinend waren sie hier ja doch nicht so harmlos wie wir dachten.

Die Schritte gingen zu dem ersten Käfig, an dem Caleb vorhin gestanden hatte.

„Du bist das Neuste in meiner Sammlung. Ein Wechselbalg hatte ich ewig nicht, musst du wissen. Formwandler, ja, aber ein Wechselbalg… Das letzte ist gestorben als irgend ein Jäger da draußen seine Mutter frittierte. Leider, bevor ich herausfinden konnte, mit was man euch noch töten kann. Ich hoffe diesmal habe ich mehr Zeit, um meine Theorien zu testen.“

Er lachte trocken und unamüsiert. Das war die selbe Stimme wie die des Mannes oben, der mit der entsetzten Frau diskutiert hatte.

„Ich könnte auch einfach die Kinder der Winchesters fragen… Ja, da schaust du nicht war. Wir haben sie hier. Gefangen. Die kommen hier nicht so schnell raus. Sonst hätten sie es mittlerweile schon geschafft, aber nein, sie sind schön oben in ihren Zimmern. Und noch dazu haben sie keine Ahnung von dem hier. Ich meine, wie sollten sie auch, schließlich bin ich der Einzige, der weiß, dass sie die Wahrheit sagen. Nun ja…und ich werde dafür sorgen, dass es sonst niemand erfährt. Und dank der gefangenen Kinder haben wir jetzt auch ein Druckmittel, um ihre Eltern drin zu halten.“

Er lachte erneut, aber diesmal klang er zufrieden. Ich verdrehte die Augen. Was für ein Klischee, dass er seinen Gefangenen all seine Pläne offen legte. Typisch, Klischee Bösewicht.
Und dennoch… irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir diesen Kerl nicht unterschätzen sollten. Irgendwas stimmte da nicht. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass uns ein paar entscheidende Puzzleteile fehlten.

Ich hörte wie der Mann sich etwas aus einem der Regal schnappte.

„Tut mir leid meine Lieben, aber ich muss wieder hoch. Ich musste nur was holen. Aber keine Sorge, ich komme nachher wieder und dann werden wir Spaß haben…“

Mit diesen Worten drehte er sich um und lief die Treppen wieder hinauf. Als ich hörte wie sich die Tür oben schloss, schlüpfte ich hinter dem Regal hervor. Die anderen taten es mir gleich.

 

Calebs Sicht:

„Lasst uns anfangen.“, hörte ich Susan sagen, während ich mir meine Waffen aus den Regalen zusammensuchte.

Ich wusste was sie meinte. Bevor wir hier ganz schnell verschwanden, mussten wir erst noch sicher gehen, dass das wirklich alles übernatürliche Wesen waren und sie dann töten.

„Aber wird dieser Kerl nicht wissen, dass wir das waren,wenn unsere Sachen weg sind und seine Versuchskaninchen alle abgeschlachtet wurden?“,warf Lily ein.

Ethan nickte.
„Natürlich wird er es wissen, aber das muss er uns erst mal nachweisen und außerdem an wen soll er sich wenden ? Von dem hier unten scheint doch niemand sonst zu wissen. Er braucht gute Gründe um uns unter intensivere Beobachtung zu stellen und die kann er nicht aufweisen. Und bis er einen anderen Weg gefunden hat, sind wir schon weg. Wir verschwinden noch diese Woche. Wir wollen ihm gar nicht erst die Möglichkeit geben Dad zu erpressen.“

Auch Susan nickte zustimmend.
„Genau. Wir müssen das hier machen. Und mach dir keine Sorgen, Lily. Wir verschwinden hier ganz schnell. Er ist nur ein einzelner Mensch. Er kann nichts gegen uns ausrichten. Du wirst schon sehen.“

Das schien Lily zu beruhigen.
„Ich meine ja nur. Ich habe erst Bekanntschaft mit denen ihren Schlagstöcken und Tasern gemacht und das war nicht gerade gemütlich. Ich bin nicht sonderlich scharf auf ne 2.Runde. Mein Kopf dröhnt jetzt noch und meine Muskeln fühlen sich an als wäre ich durch Feuer gelaufen.“

Nun meldete ich mich ungeduldig zu Wort.
„Seid ihr dann jetzt fertig? Oder wollt ihr euer Kaffeekränzchen wirklich hier unten fortsetzten? Ich würde das nämlich wesentlich lieber wo anders besprechen.“

Susan nickte.
„Einverstanden. Fangen wir an.“

Ich zückte das Feuerzeug und hielt es vor meinen selbstgebauten Flammenwerfer. Sofort schoss eine heiße Flamme hervor und verbrannte das Wechselbalg. Neben mir erschoss Susan einen Formwandler mit Silberkugeln und ein paar Käfige weiter köpfte Lily einen Jefferson Starship, von denen wir eigentlich dachten sie seien ausgestorben. Ethan erschoss einen Phönix mit dem Kolt, was ein ziemliches Wunder war, da ich nur von einem einzigen Phönix gehört hatte und der wurde von meinem Dad Dean erschossen.

Dieser Kerl hatte hier unten ziemlich viele verschiedenste Monster.

Ich köpfte noch eine Arachne, erstach einen Dschinn mit einem in Lammblut getauchten Silbermesser und erschoss einen Werwolf. Ethan köpfte einen Vampir und erstach einen Okami mit einem, von einem Shinto-priester gesegnetem Bambusdolch 7 mal. Lily erstach eine Vetala mit einem Silbermesser und frittierte einen Rugaru. Und Susan erledigte ein Gespenst, eine Sirene, einen Rakshasa und einen Crocotta, sowie eine Kitsune. Es wunderte mich schon fast, dass dieser Kerl keinen Leviathan oder Drachen in seiner Sammlung hatte.

 

 

Ethans Sicht:

Nachdem wir alle Wesen getötet hatten, war die Frage offen, wo wir unsere Sachen unterbringen sollten. Worauf Susan jedoch die Antwort zu haben schien.

„ Ich wüsste glaube ich ein Versteck. Ich habe heute Mittag in der Küche eine hohle Stelle in der Küchenwand entdeckt. Das könnte was sein. Ich meine, wenn es ein solches Versteck gibt, ist es durchaus wahrscheinlich, dass es noch weitere gibt. Die vielleicht sogar größtenteils völlig geheim sind.“

Ich schaute meine Schwester mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Will ich wissen, wie du diese hohle Stelle entdeckt hast?“

Sie lachte leise.
„Was soll ich sagen?! Der auszubildende Koch ist ziemlich süß und nicht sonderlich schwer zu verführen. Außerdem ist mir hier unheimlich langweilig… Jedenfalls habe ich gehört, dass die Wand hohl ist, als er mich dagegen gedrückt hat. Aber keine Sorge. Er hat nichts davon gemerkt. Er war viel zu beschäftigt.“ Sie grinste verschmitzt und ihre Gedanken schienen für einen Moment in Erinnerungen zu schwelgen.

Ich schüttelte mich.
„Na vielen Dank für das Kopfkino.“, meine ich ironisch, bevor ich mich wieder den wichtigen Dingen zu wandte und versuchte den Gedanken, daran zu verdrängen wie meine Schwester mit dem auszubildenden Koch rummachte.
„Gehen wir.“ Ich schnappte mir alle meine Waffen und packte sie in ihre Taschen. Nur ein Silbermesser und eine Pistole mit Silberkugeln behielt ich am Körper. Die anderen taten es mir gleich. Dann schlichen wir uns nach oben und in die Küche.

 

Die Wand verbarg tatsächlich einen weiteren geheimen Raum, der dem von eben ähnelte, nur dass er viel größer und anscheinend unentdeckt war.

Zumindest dem Staub nach zu urteilen, der alles mit einer gleichmäßig dicken Schicht bedeckte. Auch hier führte eine Treppe in den Raum hinunter, die aber viel tiefer ging, als in dem geheimen Raum zuvor. Wir legten unsere Sachen und sortierten alles so, dass wir immer genau wussten wo alles war, aber es dennoch griffbereit hatten.

Zu unserer Überraschung hatte der Raum 2 Eingänge, die beide definitiv unentdeckt waren. Einer war von der Küche erreichbar und einer von einem Abstellraum, der weniger weit von unseren Zimmern entfernt war.

 

Als wir alles so eingerichtet hatten wie wir es brauchten, verließen wir einer nach dem anderen unseren neuen Treffpunkt und verschwanden auf dem kürzesten Weg zurück in unsere Zimmer.

 

 

Lilys Sicht:

Ich verließ den Raum als letztes und huschte unentdeckt zurück in mein Zimmer. Ich verschloss die Tür hinter mir wieder mit meinem Dietrich, den ich mitgenommen hatte.

Meine Mitbewohnerin schlief noch.

Ich versteckte alles was ich hatte mitgehen lassen gut und legte mich dann ins Bett um bis zum Morgengrauen noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Gott sei Dank reichten mir dank jahrelangem Schlafmangel mittlerweile 3 Stunden Schlaf pro Nacht. Jäger zu sein, ging nun mal mit Schlafmangel einher, da man dauerhaft Nachtschichten schob.

Ich schloss die Augen und driftete in unruhige Träume ab, die vom Kainsmal dominiert wurden und somit sehr blutig und gewalttätig waren.