Wiedervereinigung Teil 2

 

Sams Sicht:

„Hi, Dad!“

Ich konnte es nicht fassen. Sie wurde gerade von Dämonen hierher geschleppt, nachdem sie es so lange geschafft hatte vor ihnen davon zu laufen, unsere Situation könnte nicht aussichtsloser sein und sie saß da und lächelte mich an.

Ich öffnete gerade den Mund um sie wegen ihrer Dummheit anzuschreien als sie schnell anfing zu sprechen. Anscheinend ahnte sie, dass ich mich nicht gerade freute.

„Bevor du anfängst mich anzuschreien, solltest du zuhören. Ich habe einen Plan und ich werde ihn euch erklären, sobald ich aus diesen ungemütlichen Handschellen raus bin.“, sagte sie ruhig.

Ich klappte den Mund zu und begnügte mich stattdessen damit ihr einen vorwurfsvollen Blick zu zuwerfen.

„Du hast nicht zufällig Kuchen dabei?“, fragte Dean vom anderen Ende der Zelle sarkastisch wie immer. „Momentan würde ich für ein Stück Kuchen meine Seele verkaufen.“

„Du würdest für ein Stück Kuchen doch immer deine Seele verkaufen.“, erwiderte Susan schnippisch.

Anscheinend kam ihr Deans Humor gerade in die Quere, denn so reagierte sie nur, wenn jemand sie bei der Arbeit störte.

„Könntet ihr jetzt bitte ruhig sein?! Ich muss mich konzentrieren, sonst kommen wir hier nie raus!“

Ein Blick auf Dean sagte mir, dass er jetzt gerne spaßig kapitulierend die Hände heben würde, wenn er könnte. Aber Susans Worte hatten gewirkt und wir waren ruhig. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal von meiner Tochter Befehle entgegen nehmen würde, aber sie wusste genau was sie tat. Nun hatte sie die Augen geschlossen und murmelte irgendetwas auf Latein.

 

Susans Sicht:

Die Tür flog auf und eine Truppe Dämonen kam herein gestürmt. Oben tobte Kampfeslärm und drang zu uns herunter. Sie waren da. Es konnte los gehen. Show time.

Die Dämonen rannten direkt auf mich zu. Ihre Augen waren schwarz vor Wut.

Einer von ihnen war fast bei mir angekommen und schlug nun nach mir. Ich sah wie seine Hand mit hoher Geschwindigkeit auf mich zu flog und widerstand dem Drang mich zu ducken. Aus dem Augenwinkel sah ich wie ein Mann mit grauen Haaren den Raum betrat. Die Dämonen wichen vor ihm zurück. Er strahlte Macht aus.

Die Hand des Dämons war kurz davor mich zu erreichen und K.O. zu hauen. Er lächelte siegessicher und grausam und prallte an einer unsichtbaren Wand ab.
Seine Hand blieb mitten in der Luft „stehen“ und schlug auf ein unsichtbare Mauer ein.

Nun war ich an der Reihe zu lächeln. Langsam hob ich die Hand und deutete zur Decke. Dort prangte ein riesiges, blutrotes Siegel. Eine Dämonenfalle. Sie waren alle eingesperrt. Inklusive des grauhaarigen Mannes.

„Willkommen in Gefangenschaft! Scheint so als hättet ihr uns trotz allem unterschätzt.“, begrüßte ich sie trocken.

Der Lärm hatte aufgehört und in der Tür erschienen Caleb, Ethan, Lily und eine junge Frau mit schwarzen Haaren. Ich nickte ihnen zur Begrüßung zu und deutete mit dem Kopf auf Sam und Dean, die ziemlich erschöpft auf dem Boden lagen.
Lily und Ethan eilten sofort zu ihnen , um ihnen zu helfen sich von den Handschellen zu befreien und zu sehen wie schwer sie verletzt waren. Währenddessen gesellte sich Caleb zu mir und die junge Frau blieb unsicher in der Tür stehen.
Caleb überreichte mir meinen Bogen, den er über der Schulter getragen hatte und der sich nun wieder wie gewohnt in meine Hand schmiegte. Die Verlängerung meines Armes.

„Oben ist alles gesichert. Keinerlei Dämonen mehr und Ethan hat jede Art von Alarmsystem blockiert und verhindert, dass jemand hereinkommt. Egal auf welchem Weg. Alles gesichert.“, informierte er mich ruhig.

Zufrieden bedeutete ich den anderen sich um die Falle in einem Kreis auf zu stellen.

Ich spannte den Bogen und legte einen Pfeil ein, dessen Spitze Dämonen töten konnte. Dann richtete ich den Pfeil auf einen Dämon, dessen Hülle auf jeden Fall tot war, da er eine lange Narbe quer über die Kehle hatte. Eine winzige Bewegung meiner Finger und der Pfeil sauste durch die Luft und bohrte sich in die Brust des Dämons. Die typische Reaktion erleuchtete seinen Körper wie ein innerer Blitzschlag, dann brach er zusammen.

Mein Pfeil war der Startschuss für alle anderen,die nun ebenfalls anfingen all Dämonen außer dem Anführer und den noch gesund aussehenden Hüllen zu töten. Lily fing an mit speziellen Messern zu werfen, wobei sie schon wieder dieses gefährliche Funkeln in den Augen hatte, Caleb schoss mit dem Kolt und Ethan stach jeden Dämon in seiner Reichweite mit dem Dämonenmesser ab. Nur das schwarzhaarige Mädchen stand ruhig da und sah zu. Sie hatte ihren Teil der Vereinbarung erfüllt und war nun nur noch stille Zuschauerin.

Schließlich waren nur noch der Anführer und 2 weitere Dämonen da, bei denen wir vermuteten, dass die Hüllen noch lebten. Langsam und bedacht fing ich an den altbekannten Exorzismus zu rezitieren.

Um den Anführer brauchte ich mir keine Sorgen zu machen. Ich hatte an dem Siegel ein paar Veränderungen vorgenommen,die auch die Rauchform der Dämonen fest hielt. Dadurch konnten wir die Hüllen retten und die Dämonen letztendlich dennoch vernichten.

„Exorcizamus te, omnis immundus spiritus, omnis satanica potestas , omnis incursio infernalis adversarii, omnis legio, omnis congregatio et secta diabolica. Ergo, draco maledicte ecclesiam tuam. Secura tibi facias libertate servire, te rogamus, audi nos.“,zitierte ich mit fester Stimme den Exorzismus, der mir über die Jahre so bekannt geworden ist als wäre er in meine DNA impliziert worden.

Die Körper der Dämonen fielen reglos zu Boden als der dunkle Rauch aus ihren Mündern stieg. Blitzschnell schleuderte Lily ihre neuen Messer in die Rauchwolken, die nicht zum Anführer gehörten, wodurch diese in einer Explosion verschwanden. Lilys Messer waren von einer „befreundeten“ Hexe mit einem mächtigen Zauber belegt worden und hatten daher diese Wirkung.

Ich wandte mich an den übrig gebliebenen Anführer.

„Und was dich angeht , überlasse ich Crowley die Entscheidung, was mit dir geschieht. Ich bin mir sicher der freut sich bereits darauf. Schließlich hast du dich ihm und seine Befehlen widersetzt… wie du siehst hast du uns unterschätzt. Wir sind alle Winchesters und du bist uns nicht gewachsen. Es war nur eine Frage der Zeit bis du verlierst. Willkommen am Ende deines Weges. Noch niemand hat jemals einen Winchester besiegt. Geschweige den 6 davon.“ , selbst ich hörte, dass ich arrogant klang , aber die Erleichterung über unseren Sieg war überwältigend, außerdem wurde ich oft genug
darauf hin gewiesen, dass das Teil meines Charakters war. Das hatte ich wohl von meiner Mutter.

„Wie?“, hörte ich die dröhnende Stimme in meinem Kopf. „ Ihr seid nur Kinder!“

„Nein, wir sind weit mehr als nur Kinder. Wir sind Jäger. Die gesamte Hölle erzittert , wenn sie den Namen Winchester hört, da sie dabei an Sam und Dean Winchester denken. Ich finde es wird Zeit, dass die Hölle diesen Namen auch mit uns verbindet.“

Ich machte eine einfache Handbewegung, worauf Caleb ein schwarzes Schwert in den Boden rammte. Ein Riss zog sich durch die Erde, ausgehend vom Schwert. Die Erde spaltete sich auf und gab den Blick auf die schwarze Leere der Hölle frei. Von unten drangen Schreie herauf.

Mit einem verzweifelten Aufschrei wurde der Anführer zurück in die Hölle zu Crowley gezogen und der Spalt schloss sich wieder.

Ich warf Caleb lächelnd einen Blick zu. „Cooles Teil!“

Er lachte.

Hinter uns meldete sich Sam zu Wort.

„Okay, das war echt gute Arbeit, aber wie zur Hölle habt ihr uns gefunden?!“

„Das war einfach: Nachdem wir eure Nachricht erhalten hatten, haben wir einen Plan gemacht. Sobald ich wieder mehr oder weniger gesund war, habe ich mich schnappen lassen, aber nicht ohne mir vorher von Miranda, einer Hexenfreundin von Lily,zeigen zu lassen wie ich die Handschellen öffnen kann. Sobald ich in Gewahrsam war, hat Miranda mit Hilfe von ein paar Tropfen meines Blutes meinen Standort bestimmt. Naja, und dann sind sie mit unserem gesamten Arsenal und mit Hilfe von Sophie , die im übrigen eine Amazone ist und mir noch einen Gefallen geschuldet hat, hier herein gestürmt und haben oben aufgeräumt, während ich so viele Dämonen wie möglich plus Anführer hier festgehalten habe.“

Sophie, das schwarzhaarige Mädchen, lächelte freundlich als ihr Name erwähnt wurde.

„Scheint so als wäre alles nach Plan verlaufen.“, fuhr ich fort. „Es war klar, dass der Anführer mich nicht wieder in die unfähigen Hände der Menschen geben wollte und damit musste er mich hierher bringen. Er hat seinen eigenen Untergang besiegelt.“

Sam und Dean nickten beeindruckt. Wir hatten uns selbst übertroffen.

„Kommt,“, sagte ich entschieden, „schaffen wir euch hier raus.“