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Kapitel 17 

„Aphrodite!“, rief Sam gerade aus.

Ich sah ihr genauso irritiert an wie Dean.

„Was?“, fragte ich nicht gerade höflich.

Er ging mir jetzt schon seit über 2 Monaten aus dem Weg und so langsam hatte ich die Nase echt voll.

„Aphrodite ist diejenige, die das alles tut.“, meinte Sam etwas weniger enthusiastisch.

Dean runzelte die Stirn. „Also ich denke, das musst du genauer erklären. Du meinst wir haben es hier mit einer echten Berühmtheit unter den Göttern zu tun?“

Nun war ich an der Reihe Dean überrascht anzusehen.

„Du weißt wer Aphrodite ist?… Wow.“

Seit Tagen waren wir nun an diesem Fall dran, bei dem die Opfer (immer 2: ein Mann und eine Frau) im Bett aufgefunden werden. Völlig nackt. Todesursache: Erschöpfung. Seit Tagen überlegten wir wer oder was die Ursache sein könnte und jetzt hatte Sam einfach so eine Lösung parad? Eine Lösung, die Dean auch noch kannte?

„Ich rede von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe, die auch noch eine der 12 olympischen Gottheiten ist.“, erklärte Sam mir übertrieben langsam und ignorierte dabei, dass ich und Dean noch etwas gesagt hatten. „Sie ist außerdem die Schutzgöttin der Sexualität und gewährleistet damit den Fortbestand der menschlichen Natur.“

„Ich weiß wer Aphrodite ist.“, erwiderte ich ungeduldig. „Aber wie kommst du darauf, dass sie es ist?“

„Am Tatort wurden jedes mal Rosen und Äpfel gefunden, welche beide als ihre Symbole bekannt sind. Dazu kommt, dass sie diejenige ist, die Begierde in Menschen weckt. Warum nicht einfach zu viel wecken?“, antwortete Sam ruhig als hätte er meinen herausfordernden Ton gar nicht bemerkt.

„Das ist ja alles sehr schlüssig, aber warum sollte sie das tun? Ich finde hierin kein Motiv.“, meinte ich, nur um ihn zu ärgern.

Ich wollte eine Schwachstelle in seiner Theorie finden, wollte, dass er wütend wird und endlich dieses nichtssagende Pokerface ablegte, das er in meiner Nähe trug.

„Irgendjemand oder irgendwas hat sie anscheinend sehr wütend gemacht.“, antwortete er weiterhin völlig ruhig.

Es war zum verrückt werden. Wenn ich noch einen Moment länger in diesem Hotelzimmer mit Sam eingepfercht war, würde ich ihm an die Gurgel gehen, also schnappte ich mir das Mythenbuch meiner Mutter und ging zur Tür.

„Ich brauche etwas frische Luft. Ich recherchiere draußen über diese Aphrodite.“, erklärte ich trocken.

Dann öffnete ich die Tür und stürzte erleichtert in die frische kalte Luft hinaus.

 

Es stellte sich heraus, dass Aphrodite ohne ihren betörenden Gürtel aus Gold und Edelsteinen, der eine hypnotisierende Wirkung hatte, nur eine ganz normale Göttin und damit mit einem stinknormalen Holzpfahl zu töten war.

Nachdem Dean ob dieser Erkenntnis blitzschnell davon gestürmt war, um etwas wichtiges zu holen, war ich mit Sam seit einer Ewigkeit mal wieder allein in einem Raum. Ich sah wie Sam sich sofort ans andere Ende des Raumes verzog, meinem Blick auswich und mich völlig ignorierte. Das brachte das Fass zum überlaufen und in mir kochte die Wut hoch.

„Ok, das reicht.“, fauchte ich, wobei meine Stimme immer lauter wurde. „Ich halt das nicht mehr aus. Du weichst mir aus, hältst meilenweit Abstand und ignorierst mich, wenn sich die Möglichkeit bietet. Ich weiß nicht mal, ob du mich überhaupt noch aufhalten würdest, wenn ich dabei wäre vor einen Zug zu laufen, weil das womöglich Nähe erfordert.“

Die letzten Worte schrie ich förmlich. Sam war aufgestanden und sah mich zum ersten Mal seit einer Ewigkeit direkt an.

„Denkst du für mich ist das leicht?“

Auch er schrie und zeigte damit endlich wieder Gefühle.

„Jedes Mal wenn ich dich sehe, will ich dich küssen und dir die Kleider vom Leib reißen, aber das kann und darf ich nicht. Denn wenn irgendwas schief läuft, würde das unser Arbeitsverhältnis stören und das ist lebensgefährlich in unserem Job.“

„Es läuft doch schon längst alles schief.“, schrie ich zurück. „Und überhaupt: denkst du es würde mir anders gehen? Geht es nicht. Aber ich bin nicht diejenige, die…“

Mit wenigen Schritten hatte er den Raum durchquert und presste nun seine Lippen auf meine, womit er mir das Wort abschnitt.

Überrascht erstarrte ich einen Moment, doch dann erinnerte sich mein Körper an seine Berührungen und ich küsste ihn ungestüm zurück. Sofort überschwemmte unfassbare Gier meinen Körper und übernahm die Kontrolle. Ich riss ihm förmlich sein Oberteil vom Leib , wobei meine Nägel lange Kratzspuren hinterließen, die er aber kaum zu bemerken schien.

Irgendwo ganz tief hinten in meinem Kopf schrie ein Teil meines Hirns, dass das keine normale Gier war, aber dieser wurde ganz schnell durch den Rest meines Gehirns zum Schweigen gebracht.

Sam küsste meinen Hals entlang und biss in die Haut zwischen Hals und Schlüsselbein. Ich spürte wie das Blut meinen Hals hinunter lief , bevor Sam seine Lippen wieder auf meine presste.

Irgendwo in meinem Unterbewusstsein registrierte ich, dass die Wunde nicht verheilte, was ein Zeichen dafür war, dass ich keine Kontrolle über meinen Körper mehr hatte. Doch auch dieser Gedanke verschwand ganz schnell in dem schwarzen Nichts, dass momentan mein Hirn beherrschte.

 

Ich war gerade dabei Sam erneut auf mich zu ziehen als ich schwach registrierte wie Dean das Zimmer betrat, uns entdeckte, laut fluchte und sich dann wieder verzog. Gleichzeitig spürte ich durch den Nebel, dass mein Körper vor Erschöpfung schmerzte. Doch auch diese Erkenntnisse verschwanden wieder als ich Sams Lippen auf meinen und seine Hände auf meiner Haut spürte. Von Zeit zu Zeit versuchte ein Teil von mir die Kontrolle zurückzuerlangen, doch er war zu schwach.

 

Ich weiß nicht wie lange es dauerte , aber eine ganze Weile später erwachten ich und Sam gleichzeitig aus unserem tranceähnlichen Zustand und fuhren auseinander als wir mit vollem Bewusstsein erkannten, was wir gerade wieder taten.

Mein gesamter Körper schmerzte und ich brauchte meine gesamte Kraft um aufzustehen und mich anzuziehen. Dabei heilte ich bereits. Ich wollte gar nicht wissen wie Sam sich fühlte, der nicht so schnell heilte wie ich und dazu noch eine ganze Reihe Biss- und Kratzspuren sowie mehrere künftige blaue Flecke abbekommen hatte.

 

Ich hatte mich gerade fertig angezogen als Dean hereinkam.

„Oh Gott sei Dank . Ihr seid angezogen.“, meinte er nur und fügte nach längerem Schweigen unsererseits hinzu: „Ihr stinkt nach Sex.“

Ich warf ihm einen vernichtenden Blick zu, entschied aber gnädig ihn nicht in einen Frosch zu verwandeln, was allerdings mehr meinem Wohl diente als seinem.

Stattdessen erwiderte ich ohne auf seine Bemerkung einzugehen: „Ich gehe davon aus, dass du Aphrodite umgebracht hast? Ansonsten würden wir ja wohl immer noch unter ihrem Bann stehen.“

Er nickte.

„Für eine olympische Gottheit war sie verdammt einfach zu töten.“

Dann erzählte er uns haarklein wie er es geschafft hatte Aphrodite fertig zu machen, während ich und Sam verhindert waren, was eine willkommene Ablenkung zu dem darstellte, was zwischen Sam und mir passiert war. Denn um eines festzuhalten: Aphrodite kann keine Begierde wecken, die nicht schon da ist.