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Kapitel 1

Hier saß ich also. Auf einer Geburtstagsparty, auf die ich fälschlicherweise eingeladen wurde und sah zu wie die anderen lachten und Spaß hatten und mit Jungs flirteten.

Ich hatte mich gefreut als ich die Einladung bekommen hatte. Ich hatte die Hoffnung gehabt in meinem letzten Jahr an der Schule doch noch mit ein paar Leuten Freundschaft zu schließen.

Aber jetzt stellte sich heraus, dass das nur ein Irrtum gewesen war:  Niemand interessierte sich für Keira den Freak, es sei denn er wollte mit mir ins Bett steigen.

Allerdings konnte ich auch nicht gleich wieder verschwinden, das sähe erst Recht blöd aus. Also saß ich hier am Tisch und sah den anderen zu wie sie Spaß hatten. Ich fühlte mich einsamer als je zuvor.

Ein paar Typen liefen vorbei und starrten mir auf den Busen.

„Verschwindet. Ich bin nicht im Dienst.“, zischte ich sie an.

Sie gingen weiter. Alle bis auf einen. Er kam näher. Sein Blick löste sich nicht einen Moment von meinem Dekollté.

„Ich sagte: ich bin nicht im Dienst! Verschwinde!“, fauchte ich erneut.

Ich hatte keine Lust mich noch schlimmer zu fühlen. Einsamkeit reichte schon. Ich wollte mich nicht auch noch schmutzig fühlen. Der Kerl machte keine Anstalten zu verschwinden.

„Na los! Hau schon ab.“

Heiße Wut kochte in meinem Magen hoch. Er hatte mich gefälligst in Ruhe zu lassen.

Das Glas neben mir zerplatzte. Überrascht hielt der Typ inne und richtete seinen Blick auf die vielen kleinen Glasscherben, in die das Glas zersprungen war. Genervt stand ich ruckartig auf.

„Weißt du was? Das reicht mir. Ich verschwinde!“

Zügig ging ich ins Haus und auf die Tür zu. Alles Glas, an dem ich vorbei lief, zerplatzte wie von Geisterhand. Na klasse. Jetzt geschahen also wieder merkwürdige Dinge in meiner Gegenwart. Ich hatte es so satt immer die Schlampe zu sein, in deren Nähe seltsame Dinge geschahen.

Was stimmte nur nicht mit mir? Warum passte ich nirgends rein?

Die letzte Scheibe zerplatzte, dann war ich endlich draußen. Ich atmete gierig die frische Luft ein und versuchte mich zu beruhigen.

 

Mitten in der Nacht wurde ich von einem Geräusch geweckt. Ich schlug die Augen auf. Vor meinem Bett standen 2 Kerle. Ich setzte mich ruckartig auf und öffnete den Mund, um loszuschreien, als der Größere der beiden beruhigend die Hände hob.

„Nein, bitte nicht schreien. Wir wollen dir nichts tun.“, meinte er mit ruhiger Stimme.

Ja klar…Wer’s glaubt…

Plötzlich tauchte neben dem Großen noch ein Kerl wie aus dem Nichts auf.

„Außerdem würde dich sowieso niemand hören.“, meinte der, der eben aus dem Nichts erschienen war.

Nun meldete sich der 3.Mann zu Wort. Er schaute den anderen vorwurfsvoll an.

„Sehr hilfreich , Cas!“

Cas? Wer hieß den schon Cas?

Ich wusste, ich sollte eigentlich schreien, aber irgendwas an diesen Männern wirkte seltsam vertraut. Nun wandte sich der Große wieder an mich.

„Bitte schrei nicht. Wir wollen dir wirklich nichts tun. Wir wollen dich beschützen.“

Beschützen? Wovor den beschützen?

Da ich in diesem Dämmerlicht so gut wie nichts sehen konnte, tastete ich mit der Hand nach dem Schalter meiner Nachttischlampe und knipste sie an. Nun konnte ich die 3 wesentlich besser sehen.

Der Größte überragte die beiden anderen um mindestens einen Kopf. Doch trotz seiner Größe wirkte er am unbedrohlichsten von allen. Er hatte etwa schulterlange braune Haare, war sehr muskulös und trug ein kariertes Flanellhemd.

Der Mann neben ihm hatte kurze dunkelblonde Haare, trug ein einfaches T-Shirt und wirkte irgendwie gefährlicher als der Große. Irgendwas sagte mir, dass die beiden Brüder waren, aber ich wusste nicht woher diese Eingebung kam.

Der, der vorhin Cas genannt worden war, schien mir am seltsamsten zu sein. Er war der kleinste der 3. Er hatte braune kurze Haare und trug seltsamerweise einen Trenchcoat. Außerdem strahlte er Macht aus , aber auch hier konnte ich nicht erklären wieso.

Alle 3 wirkten als hätten sie schon sehr viel schreckliches gesehen und obwohl ich ganz deutlich spürte, dass sie gefährliche Kämpfer waren, fühlte ich keinerlei Bedrohung von ihnen aus gehen. Im Gegenteil: irgendwie hatte ich das Bedürfnis ihnen zu vertrauen. Zumindest gegenüber den beiden Brüdern.

Ich öffnete den Mund.

„Wer zur Hölle seid ihr und warum kommt ihr mir so bekannt vor?“

„Ich bin Sam und das ist mein Bruder Dean. Wir sind Jäger. Und das ist Castiel. Er ist ein Engel. Wir sind hier, um dich zu beschützen.“, sagte der Große und deutete dabei zuerst auf den Kerl, von dem ich bereits vermutet hatte, dass es mit ihm verwandt war und dann auf den Kerl, der aus dem Nichts aufgetaucht war.

„Du kennst uns von früher als wir noch Kinder waren. Also zumindest mich und Dean. Wir haben auf dich aufgepasst und mit dir gespielt, da war ich gerade mal 5 Jahre alt.“

Ich sah sie irritiert an. Erst erzählten sie was von Engeln und Jägern und jetzt behaupteten sie auch noch mich zu kennen?

„Ihr seid ja verrückt! Verschwindet aus meinem Haus!“, rief ich außer mir.

Hier standen völlig Irre in meinem Haus und ich unterhielt mich auch noch mit ihnen…!

Sam hob in beruhigenden Gesten die Hände.

„Nein, bitte, du musst uns zu hören. Ich weiß das klingt alles total verrückt, aber du musst uns zu hören. Es ist sehr wichtig!“

Sein Blick fiel auf meine Filme- und Büchersammlung.

„ Glaubst du an das Übernatürliche? Ich meine, du liest sehr viel darüber, aber denkst du auch, dass es real sein könnte?“

Ich sah ihn verwundert an. Irgendetwas hatte er an sich, dass ich seine Frage beantwortete.

„Ich habe die Möglichkeit nie ganz ausgeschlossen. Ich meine auf irgendetwas müssen die Ideen für solche Geschichte schließlich basieren. Es muss irgendeinen Auslöser geben, dass Menschen anfingen über Vampire und Werwölfe und alle weiteren möglichen Schattenkreaturen zu schreiben. Warum?“

Ich fragte, obwohl ich die Antwort bereits erahnte.

„Weil es diese Kreaturen wirklich gibt und ich und mein Bruder jagen sie. Außerdem ist Castiel wirklich ein Engel.“

Anscheinend wirkte ich nicht sonderlich überzeugt, auch wenn ich so langsam anfing ihnen, fast schon gegen meinen Willen, zu glauben. Wow, ich war wirklich verrückt, aber andererseits was gab es sonst für eine Erklärung dafür, dass Castiel plötzlich aus dem Nichts erschienen war und ich dieses dringende Bedürfnis fühlte ihnen zu glauben und zu vertrauen?!

„Bitte, du musst uns zu hören. Es geht um Leben und Tod. Wenn du nur den geringsten Zweifel hegst, dass es nichts Übernatürliches da draußen gibt, dann bitte hör uns an.“

Ich sah in seine Augen. Er schien ehrlich zu sein. Sie hatten bis jetzt noch keine Anstalten gemacht mir etwas zu tun und ich wollte unbedingt hören, was sie zu sagen hatten.

„Schön! Ihr habt mein Interesse geweckt.“

Was konnte es schon schaden sie anzuhören?

Castiel meldete sich zu Wort. „Ihr solltet euch beeilen, Jungs. Er kommt.“

Seine Augen waren geschlossen und er sah aus als würde er meditieren. Die Gesichter von Sam und Dean verdüsterten sich. Ich sah sie irritiert an.

„ Wer kommt?“

Dean erwiderte meinen Blick angespannt.

„Ein Hexenjäger.“

„Was?!“

Das Ganze wurde immer verwirrender. Was wollte ein Hexenjäger hier?

Sam seufzte schwer und sah mich dann ebenfalls an.

„Du bist eine Hexe, Keira. Eine geborene Hexe, um genau zu sein. Es gibt nicht viele deiner Art und wenn man es weit genug zurückverfolgt, stammt ihr alle aus der selben Blutlinie ab, die sich bis zu Gott selbst zurückverfolgen lässt. Manche von euch sind gut, manche böse und manche halten sich neutral und haben sich dazu verpflichtet das Gleichgewicht zwischen gut und böse zu halten. Deine Mutter war eine gute Hexe. Sie war eng mit unserem Vater befreundet. Um genau zu sein, war sie wahrscheinlich das einzige übernatürliche Wesen, das er beschützt statt getötet hat.“

„Was? Meine Mutter ist keine Hexe!“, rief ich empört.

So langsam wurde das Ganze echt unverschämt.

Sam schüttelte den Kopf.

„Nein, du hast Recht. Die Mutter, die du kennst ist keine Hexe. Aber sie ist auch nicht deine leibliche Mutter. Du wurdest adoptiert, Keira. Das hier ist nicht dein leibliche Familie.“

„Nein!“, ich schrie jetzt. „Du lügst. Du musst dich irren.“

Mein Nachttisch fing an zu wackeln. Nicht jetzt! Sams Blick fiel auf den wackelnden Nachttisch. Er hob beruhigend die Hände und kam näher.

„Beruhige dich.“, meinte er sanft.

„Nein!“, schrie ich. „ Komm nicht näher.“

Ich hob abwehrend meine Hände. Plötzlich wurde Sam von einer unsichtbaren Welle getroffen und taumelte nach hinten. Erstaunt schaute ich auf meine Hände.

„Was zur Hölle?“ Ich sah Sam an. „War ich das?“

Er nickte. „Wenn man sie nicht von Anfang an trainiert, entfalten sich die Kräfte mit Vollzug des 16. Lebensjahres und sind an Emotionen gebunden.

Er suchte etwas in seiner Tasche.

„Hier.“

Er reichte mir ein Foto.

Auf dem Bild war eine junge Frau mit 2 Männern abgebildet. Zu den Füßen des einen Mannes saßen 2 Jungs, die große Ähnlichkeit mit Sam &Dean aufwiesen. Trotz des Altersunterschiedes. Der andere Mann stand neben der jungen Frau und schaute liebevoll auf das kleine Kind, dass sie in den Armen hielt.

Ich kannte das Baby. Ich hatte ein ähnliches Babyfoto von mir draußen im Flur hängen. Aber die Frau war nicht meine Mutter. Und dennoch wirkte sie seltsam vertraut, so als würde man einen alten Bekannten nach Jahren wiedersehen und außerdem sah sie mir unglaublich ähnlich.

„Das… das bin ich. Aber das… das ist nicht meine Mutter…“, flüsterte ich.

Sam nickte. „Tut mir leid.“

Ich schaute ihn und Dean an. „Die beiden Jungs… das seid ihr, oder?“

Jetzt war Dean an der Reihe zu nicken. „Ja, das sind wir.“

Ich schaute wieder gedankenverloren auf das Bild. Sam räusperte sich.

„Unser Dad, John Winchester, kannte deine Mutter aus der Schulzeit. Sie waren gut befreundet, aber hatten sich über die Jahre aus den Augen verloren.

Dann war unser Dad an einem Fall dran. Oben in Iowa. Er verfolgte einen Dschinn. Allerdings erwischte der Dschinn Dad zuerst. Glücklicherweise war deine Mutter auch hinter diesem Ding her. Sie kam, tötete den Dschinn und rettete Dad den Arsch.

Danach blieben die beiden in Kontakt. Als deine Mutter schwanger wurde, rief sie ihn an. Sie hatte Angst, dass ein Hexenjäger sie aufspüren könnte und sie zu geschwächt wäre sich zu wehren. Dein Vater war nur ein untrainierter Sterblicher, der zwar um das Übernatürliche wusste, aber dennoch darin völlig hilflos war.

Du musst wissen, dass Hexenjäger ebenfalls übernatürliche Wesen sind. Sie haben sich auf die Jagd nach geborenen Hexen spezialisiert und wenn sie einmal eine Spur haben, hören sie nicht auf diese Hexe zu jagen bis sie tot ist. Manche denken, dass sie von Luzifer selbst ausgesandt wurden, um die direkte Blutlinie Gottes auszulöschen. Sie sind sehr schwer zu töten und schaffen es einfach immer eine Hexe zu finden.

Also packte unser Vater alles zusammen und fuhr mit uns dort hin. Wir zogen bei euch ein und wichen während der Schwangerschaft deiner Mutter nicht einmal von  ihrer Seite. Unser Dad nahm nur kleinere Fälle in der Umgebung an, damit er immer ganz schnell kommen konnte, wenn etwas war.

Nachdem du geboren warst, warst du wie eine kleine Schwester. Aber dann, als du gerade ein Jahr alt warst, rief ein anderer Jäger unseren Dad an. Er brauchte 3 Staaten weiter dringend Hilfe mit ein paar Dämonen. Also fuhren wir alle 3 dahin.

Unser Dad versprach wiederzukommen sobald er konnte, aber wir waren noch keine 3 Tage weg, da rief dein Vater uns an. Er war eine Runde mit dir spazieren gewesen und als ihr wieder kamt, fand er seine Frau geköpft am Boden liegend. Sie war definitiv tot.

Ohne Umschweife fuhr er mit dir zum Flughafen und flog mit dem nächsten Flug nach Europa. Nach Deutschland um genau zu sein. Dort gab er dich zur Adoption frei. Zu deinem Schutz.

Ihn konnte der Hexenjäger vielleicht aufspüren, aber dein Vater verwischte seine und deine Spuren so gut, dass es unmöglich war dich zu finden. Und da du deine Kräfte noch nicht entfaltet hattest, konnte der Hexenjäger dich auch nicht spüren.

Du warst in Sicherheit und dein Vater überwachte dich weiter aus der Ferne.

Nach diesem Anruf hatten wir nie wieder etwas von deinem Vater gehört. Bis vor 2 Tagen. Da rief er uns an und sagte uns wo du bist. Er sagte, dass der Hexenjäger ihn gefunden hätte und es nicht mehr lange dauern würde bis er dich finden würde. Er meinte ,wir sollten kommen und dich beschützen.

Cas hat uns dann sofort hierher gebeamt ,aber leider war dein Vater bereits tot als wir eintrafen und nach dieser langen Strecke mit Passagieren waren Cas Batterien leer, weswegen wir jetzt erst hier sind.“

Die drei sahen mich erwartungsvoll an. Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen sollte. Ich musste das erst mal verarbeiten.

Ganz ehrlich? Ich glaubte ihnen. Sie hatten Beweise und diese Geschichte war so verrückt, dass niemand sich das hätte ausdenken können.

Aber das war dennoch ganz schön viel auf einmal. Ich war adoptiert und meine leibliche Familie war tot und noch dazu war ich eine Hexe und Übernatürliches gab es wirklich.

Wow. Ich dachte , mein Kopf würde platzen.

Da ich keine Ahnung hatte,welche der 10.000 Fragen, die mir durch meinen Kopf schwirrten, ich zuerst stellen sollte, stellte ich die banalste zuerst.

„Wenn ihr aus Amerika seid, warum sprecht ihr dann völlig akzentfrei Deutsch?“

Dean lachte leise.

„Tun wir nicht. Cas hat ein paar neue Tricks drauf. Du hörst uns Deustch sprechen und wir dich Englisch. Keine Sorge. Sobald wir zuhause sind, wird Cas dir einen Schnellkurs in englischer Sprache geben.“

Er grinste verschmitzt und sah dann Sam an. „Ich mag sie. Sie hat ein Auge fürs Details.“

„Ok.“, meldete ich mich zu Wort. Irgendwann in diesem Gespräch hatte ich mich damit abgefunden, dass sie die Wahrheit sagten. „ Was machen wir jetzt?“

Diesmal antwortete Castiel mir. „Wir töten dich.“