Auswirkungen von Mobbing und was wir dagegen tun können

Definition von Mobbing:

Mobbing. Es gibt bisher zwei Definitionen dieses Wortes: Eine stammt von Heinz Leymann, der über Mobbing geforscht hat und sich daher daran gewagt hat eine allgemeine Definition für Mobbing auf zu stellen. Nach dieser wird man gemobbt, wenn man am Arbeitsplatz im Konflikt mit Kollegen oder Vorgesetzten ist, dabei in eine unterlegene Position gerät und mindestens 6 Monate lang mindestens einmal pro Woche einer von 45 feindseligen Handlungen ausgesetzt ist, die von Heinz Leymann genau definiert wurden.

Die zweite Definition ist die juristische Definition von Mobbing. Hiernach gelten Handlungen als Mobbing, die aufeinander aufbauen oder ineinander übergreifend sind und hauptsächlich zur Anfeindung, Schikane und Diskriminierung dienen und dabei die Ehre oder Gesundheit des betroffenen Menschen verletzen.

Auf ihre typisch sachliche Art sind beide Definitionen durchaus richtig, aber meiner Meinung nach nicht ausreichend. Selbst wenn man beide Definitionen zusammenfassen würde, um Mobbing zu definieren, würde die daraus folgende Erklärung nicht die Gesamtheit von Mobbing erfassen.

Mobbing wird von jedem anders definiert und wird auch von jedem Menschen unterschiedlich aufgefasst. Was der eine vielleicht noch für einen harmlosen Spaß hält, kann ein anderer bereits als Mobbing empfinden.

Mobbing ist subjektiv! Daher kann es meiner Meinung nach keine klare Definition dieses Begriffes geben.

Ich für meinen Teil fasse Mobbing als eine bewusste oder auch unbewusste Schikane von einer oder mehreren Personen auf, die diese mental oder körperlich verletzt. Hierbei ist völlig irrelevant, ob es das Ziel des/ der Mobber/s ist diese Personen zu verletzten oder ob es nur als ein harmloser Spaß gedacht war. Sobald der Betroffene körperlich verletzt wird oder sich mental verletzt fühlt, gilt die Aktion als Mobbing.

 

Arten und Auswirkungen von Mobbing:

Arten:

Natürlich gibt es verschiedene Arten von Mobbing. Am weitesten verbreitet sind jedoch Cybermobbing und Mobbing in der Schule. Es gibt natürlich auch Mobbing am Arbeitsplatz, aber hier reden wir nur von 2,7 % aller Arbeitenden, die sich als Mobbingopfer wiederfinden. Zwar ist das meiner Meinung nach immer noch eine viel zu hohe Zahl, aber bei Cybermobbing und Mobbing in der Schule schreiben wir viel höhere Zahlen. Eine PISA- Studie von 2017 zeigt, dass jeder sechste 15- jährige Schüler regelmäßig Opfer von Mobbing an der Schule wird. Auch Studien zum Thema Cybermobbing zeigen hierzu keine besseren Ergebnisse. Danach wurden 37 % aller 12 bis 19 Jährigen schon mal Opfer von Cybermobbing.

Wenn man diese Zahlen so sieht, denkt sich vermutlich jeder, der noch nie Mobbingopfer war vermutlich gerade: „Schön und was hat das mit mir zu tun? Was macht so etwas schon groß? Warum sollte mich das interessieren, ich bin schließlich nicht betroffen?!“

Der ein oder andere ist vielleicht sogar der Meinung, dass diese Opfer selbst Schuld sind. Dass sie vielleicht irgendwas gemacht haben, was sie zum Ziel gemacht hat. Oder dass sie sich halt wehren sollten oder vielleicht einfach drüber stehen.

 

Auswirkungen:

Das Problem ist, dass sich ein Außenstehender nicht vorstellen kann, welchen Effekt so etwas auf Menschen hat. Mal abgesehen von den körperlichen Schäden, die man davon trägt, wenn die Schikanen gewalttätig werden sollten, haben auch nur böse Worte oder das totale Isolieren und Ignorieren einer Person gewaltige Ausmaße auf die mentale Gesundheit eines Menschen.

Der Mensch ist ein sehr soziales Wesen. Wir brauchen andere Menschen um uns herum, mit denen wir gute soziale Kontakte pflegen können. Wir brauchen Zustimmung, Aufmerksamkeit und Verständnis. Kurzum wir brauchen ein angenehmes Umfeld, indem wir lernen, wachsen und uns sicher fühlen können.

Wenn das nicht gegeben ist und unser Umfeld sich in das genaue Gegenteil verwandelt,indem ein psychischer oder körperlicher Angriff dem nächsten folgt, sind die Auswirkungen immens.

Zum einen entstehen natürlich bei gewalttätigen Angriffen körperliche Schäden, aber was bei Mobbing die weit größeren Auswirkungen hat, sind die psychischen Verletzungen, die der betroffene erleidet.

Vor allem diese können immense Auswirkungen haben. Fangen wir mit den kleineren, aber deswegen nicht weniger bedeutenden Schäden an: völliger Verlust von Selbstbewusstsein, Konzentrationsverlust und daraus folgende Auswirkungen auf die Schulresultate, Verlust der sozialen Kompetenzen, Einsamkeitsgefühl, Abgrenzung von der Realität und vieles mehr, was ich jetzt gar nicht alles aufzählen kann. Drastischere Schäden wären zum Beispiel Depressionen, Selbstmordgedanken, das Verletzten von sich selbst zum Beispiel durch Ritzen, psychische Schäden und in ganz drastischen Fällen Selbstmord.

In Deutschland werden 15 – 20 % aller Selbstmorde Mobbing zugeschrieben, da für viele Mobbingopfer Selbstmord der letzte und einzige Ausweg aus dem täglichen Terror zu sein scheint. Allerdings könnten diese Zahlen auch wesentlich höher sein, denn fast 45 % aller Mobbingopfer haben mit Selbstmordgedanken zu kämpfen.

Trotzdem können durch Mobbing nicht nur die Opfer zu Schaden kommen. So wurde festgestellt, dass ein Großteil aller Amokläufer eine große Gemeinsamkeit haben und die besteht darin, dass sie sich alle in der Schule als Mobbingopfer gesehen haben.

 

Anschauliches Beispiel:

Falls ihr bis jetzt noch nicht überzeugt seid, dass Mobbing immense Auswirkungen haben kann, könnt ihr euch diese Links anschauen:

https://youtu.be/SdFg_szpXNI

https://youtu.be/pmGkLzES1cg

https://youtu.be/q7600OjV6c8

Einige Serien beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Mobbing, aber diese etwas ältere Serie („One Tree Hill“) hat die drastischen Auswirkungen die Mobbing auf eine Person haben kann in dieser Folge meiner Meinung nach ziemlich realitätsgetreu und einprägend dargestellt.

 

Aufruf zum Kampf gegen Mobbing:

Falls einer von euch also aktiv einen anderen schikanieren sollte, egal ob mit oder ohne die Absicht diese Person ernsthaft zu verletzen, möchte ich noch einmal ganz deutlich machen, dass du dich nicht damit herausreden kannst, dass das doch gar nichts ausmacht oder du es nicht böse meinst. Hör einfach auf damit andere Leute zu schikanieren, auf welche Weise auch immer, denn mach dir nichts vor: An jedem Schaden, denn die von dir schikanierte Person davonträgt, trägst du zumindest eine Teilschuld, wenn nicht sogar einen großen Teil der Hauptschuld. Willst du wirklich mit dieser Schuld leben? Nur um eine möglicherweise zufällig ausgewählte Person fertig zu machen und das mit großer Wahrscheinlichkeit nur, damit du dich besser fühlst?

Und an alle die weder Mobbingopfer noch Mobber sind, redet euch nicht damit heraus, dass ihr nichts tun könnt. Ich rufe euch alle hiermit dazu auf nicht nur daneben zu stehen und nichts zu tun. Greift ein und helft!

Schon ein paar nette Worte und ein freundliches Lächeln können viel bewirken. Ladet die betroffene Person ein mit euch zu essen, unterhaltet euch mit ihr ( und wenn es über das Wetter ist…), ladet sie bei Gruppenarbeiten zu euch in die Gruppe ein… Es gibt viele Möglichkeiten mit den kleinsten ( für euch vielleicht völlig unbedeutend erscheinenden) netten Gesten einem Mobbingopfer zu helfen und Schäden ( sowohl schlimme als auch „leichte“ Schäden) zu verhindern. Und wenn ihr noch etwas mehr tun wollt, könnt ihr gerne versuchen den Mobbern einen Spiegel vorzuhalten, vielleicht bringt das ja bei dem ein oder anderen was.

Weiht so viele Leute wie möglich ein und bringt sie dazu zu helfen. Schon als Einzelperson kann man viel bewirken. Wer weiß, vielleicht könnten wir als Masse Mobbing ein für alle mal beenden!